Untermatt: Verschlechterung für Kinder nicht hinnehmen

22. September 2016

Medienmitteilung des Dachverbands für offene Arbeit mit Kindern in der Stadt Bern (DOK) und der Quartierkommission Bümpliz-Bethlehem (QBB)

Im Untermattquartier in Bethlehem gehen ein öffentlicher Spielplatz und der Sommerstandort des Kindertreffs JoJo verloren. Die Bestrebungen, einen Ersatz für die beiden wichtigen Angebote im kinderrei-chen Quartier zu finden, verlaufen zäh.

Mit grössten Anstrengung ist es der Stadt Bern gelungen, 2010 einen kleinen öffentlichen Spielplatz auf dem Land der Burgergemeinde Bern einzurichten. Beim Spielplatz befindet sich auch der vom Dachverband für offene Arbeit mit Kindern in der Stadt Bern (DOK) betriebene Kindertreff JoJo. Vor einem Jahr hat die Burgergemeinde Bern den Mietvertrag mit der Stadt Bern gekündigt, weil ein Gewerbebetrieb Interesse an der Fläche angemeldet hat. In der Konsequenz muss der dortige Standort des JoJos schliessen und der Spielplatz wird aufgehoben.

Kaum Platz zum Spielen
Der Bedarf an Spielmöglichkeiten und öffentlichen Begegnungsorten im Untermattquartier ist gross: kaum öffentliche Räume oder Begegnungsorte und viel Verkehr auf der einen Seite, auf der anderen Seite ein überdurchschnittlich hoher Anteil an kinderreicher Bewohnerschaft, oft auch aus Krisengebieten. Seit Jahrzehnten setzen sich Quartierorganisationen dafür ein, dass im Quartier soziale Angebote gerade auch für Kinder zur Verfügung stehen. Die Stadt Bern anerkennt den Bedarf und weist in Planungen und Konzepten den Handlungsbedarf klar aus.

Wieder ein Provisorium?
Vor diesem Hintergrund sind dann auch Immobilien Stadt Bern mit der Suche nach einem Ersatzstandort beauftragt worden. Die Suche läuft harzig. Eine definitive Lösung steht in den Sternen. Im besten Fall dürfen die Kinder mit einem weiteren Provisorium für ein paar Jahre rechnen. Aber selbst das ist bisher fraglich.

Der Bagger kommt
Der Dachverband für offene Arbeit mit Kindern in der Stadt Bern DOK und die Quartierkommission Bümpliz-Bethlehem QBB fordern, dass in der Untermatt kein Abbau an Kinderangeboten geschieht und bitten sowohl die Stadt Bern wie auch die Burgergemeinde Bern im Interesse der Kinder eine zukunftsfähige Lösung zu finden. Die Zeit drängt: Die Spielgeräte wurden bereits vor einigen Tagen demontiert und bald wird die Baracke abgerissen.

Rakete boue

23. September 2016

Anfangen hat alles damit, dass ein Kind auf dem Spielplatz am Schützenweg eines Tages gesagt hat, eine Rakete bauen zu wollen. Seht selbst, was daraus geworden ist!

Hier findet ihr noch einige Fotos: www.raketeboue.ch

Bern ist «Kinderfreundliche Gemeinde»

20. Oktober 2016

Der DOK gratuliert der Stadt Bern herzlich zum UNICEF-Label «Kinderfreundliche Gemeinde»!
Der Massnahmenplan umfasst auch Themen der offenen Arbeit mit Kindern. Der DOK freut sich, dass der Gemeinderat die offene Arbeit mit Kindern weitergehend in der Stadt Bern verankern und Lücken schliessen will. Auch die Kindermitwirkung soll gestärkt werden. In diesem Bereich ist der DOK heute schon intensiv tätig und unterstützt Kinder darin ihre Anliegen einzubringen.

Link zum Massnahmenplan: hier

 

STEK 2016 - DOK fordert spielfreundliche Räume und weitere Verkehrsberuhigungen

27. Oktober 2016

Medienmitteilung des Dachverbands für offene Arbeit mit Kindern in der Stadt Bern (DOK)

Der DOK nimmt erfreut zur Kenntnis, dass das STEK 16 im Gegensatz zum STEK 95 den sozialen Themen einen erheblichen Raum zugesteht, schliesslich kann räumliche Entwicklung nicht losgelöst von der sozialen Ebene gedacht und geplant werden. Räumliches Wachstum muss mit einem Ausbau der Angebote für die Bevölkerung einhergehen. Zudem fordert der DOK, dass Strassen weiter verkehrsberuhigt und vermehrt spielfreundliche Räume im Wohnumfeld geschaffen werden.

Der DOK begrüsst die Stossrichtung des STEK, den Fokus auf Quartiere zu halten. Der DOK kritisiert aber, dass der explizite Hinweis auf die Angebote der offenen Arbeit mit Kindern oAK, welche durch den DOK im Leistungsvertrag der Stadt Bern erbracht werden, im STEK fehlt. Die DOK-Angebote tragen wesentlich zur Vernetzung, Integration und informellen Bildung bei und leisten einen wichtigen Beitrag für die Lebendigkeit und Nachhaltigkeit der Stadt Bern.

Verkehrstempi drosseln
In Bezug auf den Verkehr setzt der DOK auf eine weitergehende Reduktion der Verkehrstempi, als dies im STEK vorgeschlagen wird. Auf den Basisnetz-Strassen soll generell Tempo 30 gelten, in den Quartieren gene-rell Tempo 20. Erwiesenermassen hat das geltende Verkehrsregime einen wesentlichen Einfluss darauf, ob Kindern draussen spielen. Je tiefer die Tempi, desto länger die Verweildauer der Kinder im öffentlichen Raum und Wohnumfeld. Eine kinderfreundliche Stadt ist eine verkehrsberuhigte Stadt.

Spielfreundliche Räume
Dem DOK scheint es zudem zentral, dass das Thema „Spielen“ nicht mit dem Begriff „Spielplatz“ gleichgesetzt wird. Dies greift zu kurz. Vielmehr geht es um spielfreundliche Räume, sei dies im Wohnumfeld, auf Plätzen, Grünanlagen, Strassenräumen, Schulanlagen usw. Spielfreundliche Räume sind anregend, gestaltbar, gut zugänglich, verkehrssicher und frei von übertriebener Regulierung.

Die Stadt Bern kinderfreundlich weiter zu entwickeln ist eine wesentliche Zielsetzung des Dachverbandes für offene Arbeit mit Kindern in der Stadt Bern DOK. Damit die Anliegen der Kinder aufgenommen werden, will sich der DOK deshalb vermehrt in planerische Prozesse einbringen.

 Mitwirkungseingabe DOK